Über tschechische Fluss-Idyllen und Stauseen Richtung Österreich


 

Schon über eine Woche sind wir nun mittlerweile unterwegs, und auf dem Blog war es verdächtig ruhig. Noch kein einziger Beitrag, kein kurzes Lebenszeichen – das soll und muss sich ab genau jetzt ändern! Manchmal nimmt einen das Unterwegssein einfach so sehr gefangen und man genießt den Moment, dass das Tippen kurzzeitig in den Hintergrund rückt. Aber lasst uns am besten ganz von vorne anfangen.

Insgesamt zwei Wochen Auszeit stehen uns für diesen Trip zur Verfügung. Unser grobes Ziel war eigentlich von Anfang an Österreich, genauer gesagt hatten wir das Salzburger Land ins Auge gefasst. Aber wie das bei uns und unseren Touren so üblich ist: Ein festes, starres Ziel gab es nicht. Wir wollen uns Stück für Stück vorwärtsarbeiten, uns flexibel treiben lassen und einfach spontan dort bleiben, wo es uns gerade gefällt. Das ist für uns schließlich der Inbegriff von echter Reisefreiheit.

Die erste große Spontaneität packte uns dann auch prompt beim Tanken in Tschechien. Ein plötzlicher Einfall schoss uns durch den Kopf: Warum eigentlich nicht über Tschechien nach Österreich fahren? Das Land hat so wunderschöne Ecken, die viel zu oft links liegen gelassen werden. Gesagt, getan! Da wir in der Nähe von Sušice einen wirklich schönen Campingplatz kennen, war das erste Etappenziel unserer Reise im Handumdrehen beschlossene Sache.

Kamp Annín bei Sušice

Das Kamp Annín war genau der richtige Ort, um erst einmal vollkommen vom Alltagsstress runterzukommen und in den ersehnten Urlaubsmodus zu schalten. Der Campingplatz liegt herrlich idyllisch direkt am Fluss Otava. Das Areal ist wunderbar bewaldet – was sich bei der, sommerlichen Hitze als absoluter Glücksfall herausstellte, da uns die Bäume hervorragenden Schatten spendeten.

Kamp Annín

 

Der Fluss bietet zudem eine Bademöglichkeit. Allerdings darf man hier nicht allzu zimperlich sein: Die Otava ist ein waschechter Gebirgsfluss, und das Wasser ist dementsprechend knackig kalt. Für eine erfrischende Abkühlung taugt es aber allemal! Den Rest der Tage haben wir genau mit den richtigen Dingen verbracht: ausspannen, die Beine hochlegen und ab und zu eine kleine, entspannte Runde mit dem Fahrrad drehen.

Lipno-Stausee

Nach den entspannten Tagen an der Otava zog es uns weiter zur nächsten Station: dem bekannten Lipno-Stausee. Für diejenigen, die ihn nicht kennen, hier ein paar kurze Fakten: Der Lipno-Stausee (oft auch als „Südböhmisches Meer“ bezeichnet) ist der flächenmäßig größte See der Tschechischen Republik. In den 1950er Jahren errichtet, staut er die obere Moldau im Nationalpark Böhmerwald auf einer Länge von rund 48 Kilometern. Er liegt auf einer beachtlichen Höhe von rund 725 Metern über dem Meeresspiegel und stellt ein absolutes Mekka für Naturbegeisterte und Wassersportler dar. Im Winter kann man in unmittelbarer Nähe zum See auch Ski fahren.

Wir haben uns für einen Campingplatz im ruhigeren, nördlichen Teil des Sees nahe der Ortschaft Horní Planá entschieden. Das erwies sich als goldrichtig. Der Platz punktet mit einem direkten Zugang zum See inklusive eines kleinen Badestrandes. Auch hier hatten wir das Glück, einen tollen Schattenplatz zu ergattern – bei den anhaltend hohen Temperaturen unbezahlbar. Wir verbrachten die Zeit mit Ausruhen, Genießen der warmen Sommersonne und natürlich einer ausgiebigen Fahrrad-Runde einmal um den See.




Bei dieser großen Radl-Runde bin ich auch durch den Ort Lipno nad Vltavou gekommen, den eigentlichen Namensgeber des Gewässers. Dort unten herrscht allerdings ein völlig anderer Vibe als im beschaulichen Norden: Es ist wesentlich touristischer, trubeliger und voll auf Entertainment und Urlaubsresorts ausgelegt. Durchaus lebendig und nett anzusehen, aber wir waren im Nachhinein heilfroh, unser ruhiges Lager im Norden aufgeschlagen zu haben.

Noch eine weitere Station in Tschechien: Rosenberg

Bevor wir die tschechische Grenze endgültig hinter uns ließen, bogen wir noch für einen letzten Stopp ab: Rosenberg (Rožmberk nad Vltavou). Das ist ein winziger, wunderschöner Ort, der sich malerisch in eine enge Schleife der Moldau schmiegt. Über dem charmanten Städtchen thront unübersehbar und überaus markant das historische Schloss Rosenberg.

 




Unser dortiger Campingplatz lag ebenfalls unmittelbar am Ufer der Moldau. Die Lage ist absolut idyllisch und wird, wie wir schnell merkten, vorwiegend von Kanu-Wanderern genutzt. Es herrscht eine unheimlich urige, entspannte Lagerfeuer-Atmosphäre.

Zum Reisen mit dem Wohnmobil in Tschechien werde ich demnächst einen ausführlichen Artikel schreiben. 





 

Ein absolutes Muss war für uns die Führung durch das imposante Schloss. Die geführte Tour selbst wird zwar ausschließlich auf Tschechisch angeboten, aber das Ganze ist perfekt organisiert: Man erhält am Einlass einen gedruckten „Helfer“ (ein Heft) mit sämtlichen Erklärungen und historischen Hintergrundinfos in deutscher Sprache. Das funktioniert in der Praxis hervorragend und man verpasst kein einziges Detail, während man durch die prächtigen Räume schreitet.








 

Von Rosenberg aus sind wir inzwischen natürlich wieder ein gutes Stück weitergezogen und mittlerweile in Österreich angekommen. Davon aber morgen mehr — bleibt dran!


 

 

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