Von Rosenberg an der Moldau aus haben wir, wie gestern schon kurz angedeutet, die Reifen unseres Campers wieder rollen lassen und die Grenze passiert. Inzwischen sind wir wohlbehalten in Österreich angekommen! Unsere erste Station im Nachbarland war die charmante Grenzstadt Gmünd im Waldviertel, und wir haben uns direkt auf dem Campingplatz der dortigen Therme ein schönes Plätzchen gesucht.
Der Platz hat uns auf Anhieb begeistert: Er ist wunderbar schattig angelegt. Das war für uns ein riesiger Pluspunkt, denn trotz des herrlich warmen Sommerwetters konnten wir so unseren Hund Oscar vollkommen bedenkenlos im gut temperierten Camper zurücklassen, um der Therme selbst einen ausgiebigen Besuch abzustatten. Und was soll ich sagen? Die Therme hat uns richtig gut gefallen! Vor allem der große Saunabereich hat es uns angetan. Für die perfekte Abkühlung nach dem Schwitzen sorgt der direkt angrenzende See, in den man wunderbar eintauchen kann. Das Beste daran: Es war angenehm ruhig und überhaupt nicht überlaufen – der perfekte Start für unseren Österreich-Abschnitt.
Auf schmaler Spur: Unterwegs mit der Waldviertelbahn
Am nächsten Tag stand ein echtes Highlight für Technikbegeisterte auf dem Plan: Eine Fahrt mit der legendären Waldviertelbahn. Diese historische Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 760 Millimetern pfaucht und rattert bereits seit 1902 durch die Landschaft. Die Trasse wurde damals aus Kostengründen extrem eng an die hügelige Geländeform angepasst, weshalb sie sich in unzähligen Kurven und über imposante Steinviadukte durch Wälder und an Fischteichen vorbeischlängelt – nicht umsonst wird sie auch als „Semmering des Nordens“ bezeichnet.
Wir waren auf dem Nordast der Bahn in Richtung Litschau unterwegs, und zwar in einem der markanten, goldenen Dieseltriebwagen. Das stellte sich als absoluter Glücksgriff heraus, denn der Triebwagenführer war unglaublich leutselig und erzählte uns während der Fahrt allerlei spannende Anekdoten zur bewegten Geschichte der Bahn, die einst direkt an einer toten Grenze lag. Am Endbahnhof in Litschau angekommen, haben wir uns noch das kleine, feine Museum zur Eisenbahngeschichte angesehen. Ein wirklich gelungener Ausflug in die Vergangenheit!
Kultur und barocke Pracht in Zwettl
Weiter ging die Fahrt nach Zwettl. Die Stadt hat uns direkt mit ihrem historischen Flair verzaubert. Mitten auf dem geschäftigen Marktplatz stößt man auf den wunderschönen Hundertwasserbrunnen. Der Künstler Friedensreich Hundertwasser hat hier mit seinen typischen, farbenfrohen Keramiken, den unregelmäßigen Formen und zwei markanten Säulen ein echtes Kunstwerk geschaffen, das dem Platz eine ganz besondere, lebendige Atmosphäre verleiht.
Unser Hauptziel war jedoch das etwas außerhalb gelegene Stift Zwettl. Dieses Zisterzienser-Kloster ist das weltweit drittälteste durchgehend bestehende Kloster seines Ordens und wurde bereits 1138 von den Kuenringern gegründet. Wir haben uns für eine ausführliche Führung durch die Stiftskirche und die berühmte Bibliothek entschieden – und wurden nicht enttäuscht. Die dem Fest Mariä Himmelfahrt geweihte Kirche ist ein echtes Meisterwerk der österreichischen Hochgotik mit einem beeindruckenden Umgangschor, die im Barock im Inneren prachtvoll ausgestattet wurde. Ihr über 80 Meter hoher, reich verzierter Westturm bricht eigentlich die strengen, schlichten Bauvorschriften der frühen Zisterzienser, ist heute aber das unverkennbare Wahrzeichen des Stifts.
Absolutes Highlight der Führung war neben dem romanisch-gotischen Kreuzgang der barocke Bibliothekssaal. Er wurde in den 1730er Jahren von Baumeister Joseph Munggenast errichtet, während die grandiosen, farbenprächtigen Deckengemälde aus der Hand des berühmten Barockmalers Paul Troger stammen. In diesem zweigeschossigen Raum lagern rund 28.000 historische Bücher. Man erfährt bei der Tour unheimlich viel über die wechselvolle Geschichte. Wirklich extrem sehenswert!
Blick nach vorn
Der Wetterbericht meint es für die nächsten Stunden leider nicht ganz so gut mit uns: Für morgen ist leider Gottes den lieben langen Tag Dauerregen angesagt. Aber wir lassen uns die Laune natürlich nicht verderben und machen das Beste daraus. Der Plan steht bereits: Morgen wird ein reiner Thermentag eingelegt! Wir steuern das Vitalbad in Raab an, um uns im warmen Wasser treiben zu lassen, während draußen die Welt untergeht.
Drückt uns die Daumen, dass sich die Regenwolken schnell verziehen – vom gemütlichen Thermentag berichten wir dann im nächsten Post!

















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